Besichtigung eines Windrades

Veröffentlicht am 08.11.2010 in Ortsverein

Führende Wissenschaftler weisen immer wieder darauf hin, dass wir die Belastbarkeit hinsichtlich Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung unseres Planeten überschritten haben. Wachstum und Ressourcenverbrauch können aber nicht entkoppelt werden. Wir brauchen somit Wachstum mit Qualität, mit Ressourceneffizienz. Aber ist denn die Vereinbarkeit von Wachstum und Nachhaltigkeit überhaupt möglich und wirtschaftlich??

Durch die Besichtigung eines Windrades der Fa. Uhl Windkraft, mit stellvertretend durch Herrn Dr. Karl-Heinz Linke, erhofften sich der SPD-Ortsverein Essingen mit Landtagskandidat Klaus Maier und Interessierte einige Antworten vor Ort.
Bei starkem und kühlem Wind erläuterte Herr Dr. Linke der 50köpfigen Gruppe die Vorgehensweise ab der Idee über die Planung bis hin zum alltäglichen Betrieb einer Windkraftanlage. Er erklärte die Ausweisung sogenannter Vorranggebiete durch die Regionalverbände (1% der Fläche), das zeitintensive Genehmigungsverfahren (2-6 Jahre), den Bau einer Windkraftanlage innerhalb kürzester Zeit. Technische Daten, wie die Höhe (98 m), Länge der Rotorblätter (46 m), Sicherheitsvorschriften hinsichtlich Lärm- und Naturschutz gehörten natürlich auch dazu. Am meisten jedoch interessierte die Gruppe die Effizienz einer Windkraftanlage: ein Windrad in Lauterburg liefert pro Jahr Strom für ca. 1000 Haushalte. Somit könnten diese 5 Windräder die Gemeinde Essingen komplett mit Strom aus Windenergie versorgen. Kritikpunkt am Windstrom war natürlich sein verhältnismäßig hoher Preis. Dieser Unterschied, so Dr. Linke, führe allerdings nur daher, dass die Entsorgung (Transporte) und Endlagerung des Atommülls nicht mit einberechnet werden, da diese Kosten ja nicht vom Energieversorger selber, sondern vom Bund, also vom Steuerzahler, bezahlt werden. Würden diese Kosten mit einberechnet, so wäre der Atomstrom so teuer wie Strom aus Windkraftanlagen. Aber auch erzeugte Emissionen bei der Herstellung einer Windenergieanlage würden innerhalb von ca. sechs Monaten durch vermiedene Emissionen durch Stromerzeugung einer Windenergieanlage abgedeckt, so Dr. Linke. „Unser vorrangiges Ziel“, erklärte Dr. Linke weiter, „ist Stromerzeugung aus Windenergie. Entstehen dabei Arbeitsplätze, ist das doch gut“. Und verwies wie auch einige Besucher dabei auf das wachsende sich spezialisierte, verarbeitende Gewerbe in unserer Region.
Anschließend durfte die Gruppe die Anlage von innen besichtigen. Freudig beantwortete auch hier Herr Dr. Linke den einzelnen Besuchern alle Fragen.
Schließlich bedankte sich die Gruppe nach 1 ½ Stunden bei Herrn Dr. Linke erfreut über diese Informationen und der Möglichkeit einer Besichtigung der Windkraftanlage der Fa. Uhl Windkraft.

 

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