
Mögglingen - Im Gasthaus Ritter in Mögglingen hat der SPD-Ortsverein Rosenstein seine Mitgliederversammlung abgehalten. Neben den turnusmäßigen Wahlen standen die aktuelle politische Lage und die Zukunft der Demokratie im Mittelpunkt der Gespräche. Die Versammlung leitete Edgar Neumair. Bei den geheimen Wahlen bestätigten die Mitglieder Jakob Unrath als Vorsitzenden. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Willi Ilgauds, Otto Betz und Marius Dittenhauser gewählt. Christina Pippert übernimmt das Amt der Kassiererin. Als Revisoren bestimmte die Versammlung Laura Weber und Rainer Lehe.
Aus dem Vorstand ausgeschieden sind die langjährige Kassiererin Christa Kopitz und der bisherige stellvertretende Vorsitzende Rainer Lehe, beide aus Böbingen. Jakob Unrath und Otto Betz würdigten ihren Einsatz mit einem Geschenk und persönlichen Dankesworten. „Christa und Rainer sind Urgesteine der SPD in Böbingen. Sie haben sich über viele Jahre in verschiedenen Positionen ehrenamtlich für die SPD im Ostalbkreis eingesetzt. Dafür ist die Partei ihnen zu großem Dank verpflichtet. Wir freuen uns und sind uns sicher, dass ihr auch künftig bei unseren Versammlungen vorbeischaut“, sagte Unrath.
Die Mitglieder diskutierten angeregt über den Zustand der Demokratie und darüber, wie demokratische Kräfte gestärkt werden können. Entwicklungen in Brasilien und Serbien seien ermutigende Zeichen: Sie zeigten, dass Menschen demokratische Rechte verteidigen und politische Veränderungen erreichen könnten. In Serbien seien Studierende für ihre demokratischen Rechte auf die Straße gegangen. Auch für Deutschland müsse daraus ein Auftrag folgen, waren sich die Mitglieder einig. Vor allem jungen Menschen müsse man zuhören, die Ursachen ihres Protests ernst nehmen und politisch handeln. Dazu gehörten bezahlbares Wohnen, eine verlässliche Finanzierung der Bildung und eine positive Perspektive für die Zukunft mit Blick auf den Klimawandel.
Kritisch bewertete die Parteibasis das öffentliche Erscheinungsbild der Bundesregierung. Zu viel offener Streit und zu wenig Mut des Kanzlers, schwierige Fragen dauerhaft zu klären, erschwerten aus ihrer Sicht die politische Arbeit. Zudem behindere Lobbyismus wichtige Entscheidungen schon bei einfachen Fragen, etwa bei einer Zucker- oder Plastiksteuer sowie bei grundlegenden Fragen der Erbschaftssteuer- Rente- und der Pflegereform. Jakob Unrath betonte, Reformen müssten konkrete Verbesserungen bringen. „Menschen müssen einen Termin beim Arzt bekommen, ihnen muss in einer Pflegesituation unkompliziert geholfen werden, Mieten müssen in Städten bezahlbar sein, um diese Beispiele geht es“, sagte er. Entscheidend sei, dass politische Veränderungen im Alltag spürbar würden.
Zukünftig findet jeden letzten Donnerstag im Monat ein Stammtisch der SPD-Rosenstein im Gasthaus Ritter in Mögglingen statt, der nächste am 26. November.