Kritik an CDU- "Informationskampagne Realschule Plus"

Veröffentlicht am 19.02.2013 in Landespolitik

Kultusminister Andreas Stoch: "Die CDU versucht mit ihrer Kampagne, die Gemeinschaftsschule gegen die Realschule auszuspielen, bietet aber keinen einzigen Vorschlag, wie die aktuellen Probleme für die Realschule und das baden- württembergische Schulsystem gelöst werden können"
Kultusminister Andreas Stoch MdL kritisierte die heute vorgestellte "Informationskampagne Realschule Plus" der CDU. "Hier will eine rückwärtsgewandte Partei Ängste aufbauen, um zukünftige notwendige Veränderungen zu verhindern." Stoch wies die Behauptungen der CDU als absurd zurück: Niemand wolle die Realschulen abschaffen, niemand wolle die Gymnasien abschaffen. Dies werde auch durch eine ständige Wiederholung nicht wahrer. "Die Landesregierung betrachtet die Realschulen als bewährten Bestandteil des baden- württembergischen Schulwesens. Ihre engagierten Lehrerinnen und Lehrer genießen viel Vertrauen bei den Eltern und den Unternehmern", erklärte er.

Die Realschulen erhielten das Angebot, sich zur Gemeinschaftsschule weiterzuentwickeln - vollkommen freiwillig und durch Beschlüsse der Schule und des Schulträgers. Eine Reihe von Realschulen und Schulträgern habe inzwischen erkannt, dass ein solcher Aufbau einer Gemeinschaftsschule große Vorteile für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Schulträger biete, sagte Stoch. "Wir werden bei den Realschulen für einen freiwilligen Umbau werben und ihnen aufzeigen, dass die Gemeinschaftsschule etwa mit dem zusätzlichen Angebot einer Oberstufe mit Abiturabschluss für ihre Schüler große Chancen bieten würde", erklärte Stoch.

Der Kultusminister stellte auch klar, dass die Realschule entgegen den CDU- Behauptungen selbstverständlich Unterstützung erhalte. Die Landesregierung habe für dieses Schuljahr erstmals überhaupt einen zusätzlichen Pool von 1,5 Lehrerwochenstunden pro Zug zugewiesen. Die Schulen können damit je nach Bedarf in einzelnen Fächern Klassen teilen oder Gruppen bilden, um einzelne Kinder gezielt zu fördern. Darüber hinaus sollen ab dem kommenden Schuljahr zwei weitere Stunden in den achten Klassen hinzukommen, um die Kompetenzanalyse über die überfachlichen Stärken und Schwächen der einzelnen Mädchen und Jungen umsetzen zu können. Für beide Vorhaben werden insgesamt 200 Deputate eingesetzt. Demgegenüber habe die CDU in ihrer Regierungszeit Realschulen allein gelassen und ihnen keine weiteren Ressourcen zugewiesen. "Das Kultusministerium reagiert mit dieser zusätzlichen Unterstützung auf die großen Herausforderungen für die Realschulen und will das individualisierte Lernen weiter ausbauen", erklärte Stoch.

Auch die Behauptung, die Gemeinschaftsschulen seien erheblich bevorzugt, wird zurückgewiesen. Die Gemeinschaftsschulen erhielten zwar derzeit mehr zusätzliche Stunden. Da sie aber durchweg Ganztagsschulen sind, müsse aber gesehen werden, dass die jetzige Zuweisung Stellen für den Ganztagsbetrieb, die Inklusion sowie für die Pilotphase umfasse. "Die CDU versucht mit ihrer Kampagne, die Gemeinschaftsschule gegen die Realschule auszuspielen, bietet aber keinen einzigen Vorschlag, wie die aktuellen Probleme für die Realschule und das baden- württembergische Schulsystem gelöst werden können", erklärte Stoch.

Die Realschule sei neben der Gemeinschaftsschule die Schulart mit der größten Leistungsbreite ihrer Schülerinnen und Schüler, sagte Stoch. Das Statistische Landesamt hat jetzt festgestellt, dass rund ein Fünftel der Schüler in den fünften Klassen eine Empfehlung für die Werkrealschule erhalten hatte. Hier spiele der Drang der Eltern eine große Rolle, für ihre Kinder einen Realschulabschluss zu ermöglichen. Rund 17 Prozent der Schülerinnen und Schüler verfügen über eine Gymnasialempfehlung. Trotz dieser Heterogenität sei dem Ministerium keine größere Zahl von Wechseln an die Haupt- und Werkrealschulen bekannt. Ihre Lehrerinnen und Lehrer seien seit längerem gewohnt, mit einer heterogenen Schülerschaft zu arbeiten, sagte der Minister.

 

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